Lieber Babys füttern in Dresden als bloggen in Würzburg

oder:

Warum blieb mein neues Blogbaby* so lange ungefüttert in den Weiten des Internets?

Erste Auswirkungen von Hospitalismus zeigten sich in der Blogstatistik. So konnte es nicht weitergehen.
Der Grund für die Vernachlässigung: Ich bekam einen Geburtstagsüberraschungsreisegutschein geschenkt. Der hinderte mich am Bloggen. Da ich eine (wohl unbegründete) Aversion gegen diese modernen mobilen bildschirmberührungsintensiven Geräte habe, bedeutete das: Sendepause.
Ich hoffe, meine lieben und treuen Leserinnen und Leser können mir noch einmal verzeihen?

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Am 20. Juni 2013 war es dann so weit. Die Einlösung des Geburtstagsüberraschungsreisegutscheins stand an. Danke, lieber Peter und Katja, für die tolle Idee und das großzügige Geschenk an uns.
Eigentlich war der Gutschein nur ein Zettel mit der Ankunftszeit des Taxis vor der Haustür: 7.20. Ich wusste vorher wirklich nicht, wohin mich die Reise führen sollte. Mit dem RE ging es über Schweinfurt nach Erfurt, wo wir in den ICE umstiegen und endlich wurde mir das Ziel geoffenbart: Dresden. Insgesamt waren wir bald 7 Stunden unterwegs, denn der Intercity schaffte es, Verspätungen zu produzieren. Da bekanntlich schon der Weg das Ziel ist, war das nicht weiter schlimm. Für Unterhaltung haben wir selber gesorgt. Nur soviel: Die lustigste (Bundesbahnbetreuungs-)Truppe waren die Sachsen. Doch eines habe ich in den Lautsprecherdurchsagen schmerzlich vermisst: Das „Sänk juh vor träwelling wiss Deutsche Bahn“.

Bei ungefähr 38° kamen wir schließlich an unserem Reiseziel an. Das letzte Foto oben täuscht, es war kein Gefängnis. Es zeigt den Blick auf die Altstadt vom 6. Stock des NH-Hotels in der Neustadt. Und rot-weiß ist auch keine Anstaltskleidung.

Ich unterschlage hier jede Menge (Anreisetag mit Hitze am Tag, Gewitter am Abend, neuer Tag mit Albertinum, Brühlsche Terrassen, Frauenkirche, Münzgasse, Elbschifffahrt nach Blasewitz) und komme gleich zum Spätnachmittagsprogrammpunkt: Babys füttern in Dresden.

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Die virtuellen Welten blieben diese vier Tage von Donnerstag bis Sonntag (20.6. – 23.6.) außen vor. Also konnte ich nicht bloggen, aber Uschi Babys füttern. So ist bei uns die Arbeitsteilung (Feministinnen hören weg).
Die Gelegenheit dazu ergab als wir hinter dem Altmarkt und der Kreuzkirche auf eine kleine Grünanlage stießen. Hier war nämlich einmal ein Kräuterlabyrinth und im Haus an der Kreuzkirche befand sich 2008 die Anlaufstelle für den 4. Labyrinthkongress. Inzwischen ist aus diesem Platz Start und Ziel einer 6 km langen Laufstrecke entlang attraktiver Sehenswürdigkeiten der Dresdner Innenstadt geworden.
Aber offensichtlich auch eine Anlaufstelle für Mütter, Väter und Kinder aus dem Stadtviertel. Oder aus den USA, wie diese Familie aus Atlanta. Der Vater, George, gab Gastvorlesungen in Jura an der Universität Dresden. Die Mutter, Sandy, kümmerte sich um die Zwillinge, zwei 7 Monate alte Mädchen (deren Namen ich hier nicht nenne aus Respekt vor dem informationellen Selbstbestimmungsrecht der Kinder). Da konnte Uschi natürlich nicht widerstehen und half beim Fläschchen geben mit. Genügend Englisch-Kenntnisse hat sie ja inzwischen in der VHS erworben. Ich unterhielt mich angeregt mit der Mutter und dann auch mit dem Vater, als dieser per Fahrrad dazukam.

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Die amerikanische Familie zog von dannen und wir auch. Quer über den Altmarkt, an der Frauenkirche vorbei, später über die Augustusbrücke zum Reiterdenkmal August des Starken. Inzwischen war der (Voll)mond aufgegangen und viele Menschen waren unterwegs, um zu fotografieren. Da trafen wir noch einmal George mit seinen Töchterchen im Radanhänger. Die Mutter war daheim geblieben und erholte sich (Arbeitsteilung auf Amerikanisch).

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Noch einmal heißen Dank an den liebsten Stief-Sohn von allen, nicht zu vergessen: Katja. Ihr habt es geschafft, uns in diesen Tagen von den Wirren der virtuellen Welt fernzuhalten.

Nehmt diesen Blick aus treuen Hundeaugen als meinen an.

Harmonikaspielerin mit Hund vor dem Johanneum

* Danke Noëmi

9 Gedanken zu „Lieber Babys füttern in Dresden als bloggen in Würzburg

    • Das gab es schon 2008 nicht mehr. Da sah diese Ecke ganz anders aus. Das Hotel und die Häuser waren noch nicht da.
      Ganz Blogbaby widmen geht noch nicht. Ich habe noch nicht einmal alle meine E-Mails gelesen.
      Der Labyrinthblog wartet und am Sonntag gibt es auch schon wieder vieles.

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    • Geht ihr hin? Ist da schönes Wetter? Und wann?
      Du weißt, ich komme nicht einmal mehr zum Zeitung lesen.
      Dann hatte ich heute früh noch etliches vergessen:
      – Den Besuch bei den Sikhs (müssen wir schon wieder verschieben)
      – Mario predigt unter der Adenauerbrücke
      – Abends gehen wir ins Stadttheater: Max De Nil als König Lear
      Mein Gedächtnis lässt nach, die Zettel, wo alles draufsteht, vergesse ich auch. Mann wird langsam älter. Aber Alzheimer ist es noch nicht. Ich habe den Test beim Hausarzt gemacht und bestanden.

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  1. Dresden ist eine Stadt, die ich mir nochmals anschauen möchte. Ich war zwar nicht im Zwinger und habe die Frauenkirche auch nicht von innen gesehen. Die Semperoper sah ich auch nur von außen, dafür hat mich das Panometer sehr fasziniert. Schön, dass ich die Bilder immer wieder anschauen kann. lg Uschi

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  2. Pingback: Auf der Suche nach dem Mäander in Dresden | bloggermymaze

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